Elisabeth Buxbaum: Es kafkat und brodelt und werfelt und kischt. Der Prager Kreis. Eine Textmontage (Taschenbuch: 107 Seiten), Armin Berg Verlag (2012), ISBN: 978-3-9502673-2-7, 16,50 €
Eines der bekannten Künstler- und Literatencafés der Stadt Prag war von 1910 bis 1930 das Café Arco. Dort verkehrten die vier Protagonisten: Franz Kafka, Max Brod, Franz Werfel und Egon Erwin Kisch – die “Arconauten”, wie Karl Kraus sie nannte. Literarisch schöpften sie zumindest aus vier ethnischen Quellen: dem Deutschtum, dem sie kulturell und sprachlich angehörten, dem Tschechentum, das sie umgab, dem Judentum und dem Österreichertum, darin sie geboren und erzogen worden waren. In völlig verschiedenen literarischen Domänen zu Hause und Individualisten, die sie waren, gehörten sie zum legendären “Prager Kreis”. Diese vier Literaten verband über Flucht und Exil hinaus eine lebenslange Freundschaft, die Elisabeth Buxbaum in dieser Textmontage anhand der Lebenszeugnisse (Briefe, Tagebucheintragungen, Interviews) nachzeichnet.

“Dieser Kreis – ich weiß nicht -, ich halte ihn im Grunde für eine Fiktion. Natürlich waren die Geister da, die sich da gelegentlich sammelten. Somit war ein Kreis gebildet; aber sehen Sie doch ein: dieser Kreis hat doch erst im nachhinein Gewicht bekommen, nämlich da, als die einzelnen berühmt geworden waren. Wären sie es nicht geworden, kein Mensch spräche heute vom sogenannten Prager Kreis.” Alma Mahler-Werfel